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Bericht: Geschichte und Gegenwart - Auf der Suche in Auschwitz und Krakau (2008) PDF Drucken
Bericht eines Teilnehmers | Erschienen auf www.antifa-potsdam.de

Ich habe an der ['solid]-Gedenkstättenfahrt 2008 teilgenommen und möchte euch meine Eindrücke und Gedanken schildern. Das Projekt ging dieses Jahr bereits in die dritte Runde und kann wohl auch im vierten Jahr einen ähnlich großen Andrang erwarten.

Kein Wunder, haben wir doch alle eine großartige wenn auch prägende Reise hinter uns, die uns die seltene Möglichkeit gab, über Geschichtsunterricht und Lehrbücher hinaus auf den Spuren des Holocaust am Nationalsozialismus zu forschen. Wir stellten dem Vergessen und der Verdrängung den Versuch zu begreifen entgegen. Unter der zentralen Fragestellung nach den Konditionen und dem Umgang mit den Naziverbrechen im Gestern und Heute suchten wir nach Antworten. Wir bewegten uns dafür von den Spuren jüdischer Kultur in Krakau bis zu den Stätten der Shoa.

Wir waren auf der Suche nach Geschichte und Gegenwart in Auschwitz und Krakau...

Aber lest selbst:

  • Teil I Auschwitz/Oświecim
  • Teil II Krakau/Krakow
  • Teil III Literatursammlung und Material im Überblick
 

  

Teil I Auschwitz/Oswiecim

Belanglosigkeiten aber nichtsdestotrotz ärgerliche Pannen wie eine einstündige Zugverspätung am Berliner Hauptbahnhof und in Folge dessen verpasste Anschlusszüge sollen den Auftakt unserer Reise am Montag (27.10.) bilden. Ein Wagen ist kaputt und wird gesperrt. Es ist der Wagen, in dem unserer Plätze reserviert sind. Nach einer Stunde unfreiwilligem Aufschub, steigen wir dann doch noch in den Eurocityexpress aus „Hamburg/Altona“ mit dem Ziel „Krakow Glowny“ und erfreuen uns ersatzweise für die Verzögerung einer entspannten Reise in der ersten Klasse. Das trifft sich gut, so gelingt es den meisten Teilnehmer_innen in Ruhe die sorgsam vorbereiteten Reader zum Thema Auschwitz und Holocaust zu lesen:

  • „Oświecim – Oshpitsin – Auschwitz“ (Chronik einer polnischen Stadt von Hans G Helms)
  • „Ohne Moral lässt sich kein Genozid durchführen“ (Interview mit Harald Welzer in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitun)
  • „Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz“ (Interview mit Jacoov Gabai)

Außerdem empfehlenswert:

  • „Auschwitz - Geschichte und Nachgeschichte“ (Sybille Steinbacher)

Nach zwei mal Umsteigen und insgesamt rund 10 Stunden Zugfahrt kommen wir gegen 22:00 auf dem verlassenen Bahnhof von Oświeciem an. In unserer Unterkunft, der 1986 errichteten Jugendbegegnungsstätte, bekommen wir glücklicherweise noch schnell Abendbrot und danach geht es unterschiedlich schnell ins Bett. Wer wirklich früh ins Bett geht, ist mit dieser Entscheidung gut beraten.

...zweiter Tag...

Der nächste Tag hat es in sich: Im wirklich eng gesteckten Zeitplan brechen wir sofort nach dem Frühstück zum Stammlager Auschwitz I auf. Dort angekommen, wird mir schon kurz nach der Ankunft klar, das mir mein ausgedehnter Schlaf durchaus zum Vorteil gereicht. Was ich zu sehen bekomme, was wir dort antreffen, kann doch kaum durch die vielen bekannten Bilder, Filme oder Schriften „vorbereitet werden“. An diesem Morgen lernen wir wohl die Definition von Massenmord kennen und sehen mit eigenen Augen die Zeugnisse verneinter Menschlichkeit. Diese absurden Impressionen werden je nach individuellem Empfinden aufgenommen und umgesetzt. Deswegen kann ich auch nur von meinem Umgang mit dem Gesehenen berichten: Durch die Anwesenheit von unglaublich vielen Besucher_innen fällt es mir schwer mich auf den Ort einzulassen. Fällt es mir schwer, mich neben der ganzen Hektik überhaupt annähernd auf einer gefühlsmäßigen Ebene mit dem systematischen Mord auseinander zu setzen. Was hängen bleibt sind deswegen mehr Argumente denn Impressionen.

Aber dennoch behaupte ich, so was muss erlebt werden. Bücher, Erzählungen, Fotos, Berichte sind das eine, vor Ort zu sein ist noch etwas anderes. Indes beides nicht wechselseitig ersetzt werden kann. Mit dem Problematik des Massenandrangs auf solche Stätten komme ich auch schon zu einer zentralen Frage, die sich mir an diesem Vormittag aufdrängt: Wie gestalte ich Gedenken und Mahnung? Ein Parkplatz voller Touristenbusse – Gedränge, Hektik, Lautstärke. Das alles lässt den Besuch für mich im Zusammenspiel mit einer über 50 Jahre alten Ausstellung zur zwiespältigen Erfahrung werden. Ebenso wenig pädagogisch und dafür stark veraltet kommt das Konzept der Führung daher: Lexikalisch heruntergebetetes (Zahlen-)Wissen statt einprägsamer Hintergrundinformation oder an Persönlichkeit gebundener Erzählung. Masse und blinde Emotion stellen das Rückgrat des Gedenkstättenkonzeptes dar und lassen für mich die Einzelschicksale zwischen all den zwar eindrucksvollen aber entindividualisierenden Zahlen verschwinden.

Nach der Betroffenheit könnte Erkenntnis kommen. Erkenntnis über Faktoren, welche die Vernichtung von Millionen Menschen aufgrund von völlig willkürlich konstruierten Merkmalen ermöglichten oder Erkenntnis über Mittel und Wege, sich dieser Vernichtung entgegenzustellen. Dazu wird den Besucher_innen leider erst gar keine Chance gegeben.

Dass es auch anders geht, beweist die neue Ausstellung zur Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma. In dieser bekommen die Betroffenen der deutschen Mord- und Vernichtungspolitik ein Gesicht. Ihre Menschlichkeit wird gewissermaßen wiederhergestellt, indem die Nummern (Alle KZ-Insassen bekamen bei der Einlieferung eine Nummer zugeteilt, mit der sie fortan ausschließlich angeredet wurden; In Auschwitz wurde diese Nummer eintätowiert) wieder durch Namen und damit individuelle Schicksale ersetzt werden.

Dazu braucht es in meinen Augen Geschichten wie die von den Sinti und Roma, deren gesamter Block sich gegen die nahende Räumung und damit Ermordung durch die SS mit Messern, Schüsseln oder Steinen wehrte. Wenn es Menschen unter den widrigsten Umständen gelingt, den ihnen verbliebenen letzten Rest von Menschlichkeit zu verteidigen, sollte dies der Nachwelt überliefert werden. Als positives Symbol in der ganzen negativ gestimmten Ausweglosigkeit. Die Hauptausstellung war mir auf dem Weg zu dieser Erkenntnis leider keine große Hilfe.

Im Zeichen eines sinnstiftenden Umgangs mit dem Erlebten setzen wir auch unseren Nachmittag fort: Ein großartiger Workshop, in dem die Auseinandersetzung mit der Rolle der deutschen Bevölkerung im Nationalsozialismus und Geschichtstradierung insbesondere in deutschen Familien wartet hier auf uns.

Im ersten Teil arbeiten wir mit Hilfe von authentischem Briefmaterial aus dem „Gedenkbuch der Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ auf das Modell zur Rollenverteilung in der deutschen Gesellschaft in dieser Zeit nach Raul Hilberg hin. Anhand der Erzählung aus dem Brief kommen wir zu der Einschätzung, dass in Beteiligung an den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen viele verschiedene Rollen eingenommen werden können: Opfer, Täter, Mitläufer, Zuschauer und Helfer. Wir verständigen uns darauf, dass die passive Rolle, welche sich mit Phänomenen wie „Wir haben doch nichts gewusst!“ oder der „Alleinschuld Hitler's und seiner Führungsriege (Konzept „Führerbefehl“)“ identifiziert, in keinem Fall existieren konnte.

Im zweiten Teil stehen die verschiedenen Phänomene, die bei der Überlieferung von Geschichte insbesondere im häuslich-privaten Bereich auftreten, im Mittelpunkt. Anhand eines Planspieles mit zwei authentischen Erzählungen von Kriegsverbrechen aus dem II. Weltkrieg wird veranschaulicht, wie bereits bei einer zeitlich gerafften Generationsübermittlung zentrale Merkmale der Erlebnisberichte verfälscht oder gar ins Gegenteil verkehrt werden. Wechselnde Rahmenhandlungen (Wechselrahmenphänomen) oder kumulative Heroisierung sorgen für eine Geschichtsverfälschung im besonders glaubhaften Maße. Die Abtrennung der eigenen (familiären) Verstrickung in die NS-Verbrechen von den in Geschichtsunterricht und allgemein medial kommunizierten Sachverhalten wird auf breiter Front möglich. Im Sinne von „Ja, es gab Nazis!“ und „Nein wir waren keine Nazis und sind unschuldig“ kann die Vermeidung der persönlichen Konfrontation trotz intensiv-authentischer Auseinandersetzung mit der NS-Thematik erfolgreich gelingen. Die Idee zum Workshop entstand wohl nach dem Buch „Opa war kein Nazi“ von Harald Welzer, Sabine Moller und Karoline Tschuggnall und lässt sich hervorragend durch den im Anschluss gezeigten Film „2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß“ ergänzen.

...dritter Tag...

Am dritten Tag treffen wir in der Begegnungsstätte einen eigens angereisten Zeitzeugen. Erst in diesem Jahr zum Zeitzeugenprogramm gestoßen, stellt er eine wichtige Ergänzung wenn nicht Rettung dieses Projektes dar. Dieses ist zunehmend vom altersbedingten Mitgliederschwund bedroht und wird wohl nur noch einige wenige Jahre der oben beschriebenen Geschichtsverfälschung widerstehen können. Einer der Teilnehmer drückte es am Ende der Veranstaltung folgendermaßen aus: „Wir trafen eine Helden“. Aber lest selbst:

Die Geschichte von Herrn Paczkowski (nach Notizen):

Ich wuchs in einer Sinti Familie auf und ging im Alter von 12 Jahren gemeinsam mit meinem Bruder in den polnischen Untergrund um gegen die deutsche Besatzung anzukämpfen: Wir zerstörten Panzer und gepanzerte Fahrzeuge (jeweils 12 und 10 Stück im Jahr 1942). Bei einer dieser Aktionen wurde uns von der Gestapo aufgelauert und es ging alles so schnell, das wir nicht mal genug Zeit hatten, uns selbst zu erschießen. Das war oberste Prämisse, denn wir konnten nicht sicher sein, der Folter der Deutschen zu widerstehen. Ich wurde dann auch 3 Monate lang jeden Tag mit Stromstößen gefoltert. Mein Bein ist davon heute noch bewegungslos. Verhöre fanden in der Regel nachts zwischen 12 Uhr und 1 Uhr statt. Ich hielt der Folter ebenso wie alle anderen Mitglieder des 5-Mann Kommandos stand. Niemand verriet etwas.

Wir wurden dann nach den ewigen Qualen im Gefängnis in das Konzentrationslager Auschwitz I eingeliefert. Ich war als politischer Häftling mit dem roten Winkel und einem P für Pole registriert (Anmerkung: Er war nicht als Sinti oder Roma interniert sondern als Widerstandskämpfer. Als Sinti wären seine Überlebenschancen gleich Null gekommen). Sie tätowierten mir bei meiner Ankunft gleich die Nummer in den Arm und steckten mich in den (Jugend)Block 18. Da ich kein Deutsch konnte und man mich fortan nur mit meiner Nummer aufrief, wurde ich sehr oft verprügelt. Auch die Mitgefangenen, die Deutsch konnten halfen mir nicht und gaben mir keine Hinweise, wenn meine Nummer aufgerufen wurde. Ich brauchte sehr lange um zu begreifen, dass ich gemeint war, wenn eine bestimmte Nummer aufgerufen wurde.

Immer wurde wahllos bestraft und geprügelt. Einmal erklärte ich dem Vorsteher beim Kartoffelschälen auf die Aufforderung hin, schneller zu arbeiten, dass die Arbeit nicht schneller zu erledigen sei, woraufhin er zwei SS-Schergen herbei rief, die mich festhalten sollten. Dann schlug er mich 25 mal mit dem Spaten bis ich bewusstlos wurde. Dann schüttete er mir Wasser ins Gesicht um mir bei vollem Bewusstsein erneut 25 Schläge mit dem Spaten zu verabreichen. Ich war 12 Tage krank geschrieben.

Mein Bruder war im selben Lager interniert wurde in der Gaskammer ermordet. Meine gesamte Familie wurde bereits in Folge meiner Gefangennahme durch die Gestapo ausgelöscht und so hatte ich nun auch den letzten Angehörigen verloren. Gegen Ende 1944 wurde ich von Auschwitz nach Buchenwald deportiert um dort nach 4 Wochen bitterster Quarantäne weiter nach Dora zur Arbeit im Steinbruch verschickt zu werden. Dieselbe Arbeit musste ich auch in Harzungen verrichten und als wir erneut verschickt wurden, wollte uns kein Lager annehmen. Wir blieben für 1 Woche ohne Essen und Trinken im Güterwaggon eingesperrt und die meisten von uns starben. Wieder blieben die Schreie nach Wasser unbeantwortet obwohl wir zahlreiche Deutsche durch die Ritzen der Waggons sehen konnten. Schließlich wurden wir nach Bergen-Belsen bei Hannover verschleppt, wo wir zwei Wochen lang Berge von Leichen vergraben mussten.

Am Ende wurde das Lager am 17. April 1945 von den Amerikanern befreit. Wir konnten aber noch nicht fliehen, da sich immer noch SS-Mannschaften in den Wäldern versteckt hielten und Jagd auf ehemalige KZ-Häftlinge machten. Ich hatte außerdem Glück, dass mir ein erfahrener Mithäftling riet, nicht zu viel zu essen, also vorsichtig mit ein wenig Zwieback zu beginnen, weil mein Magen die gute Nahrung nicht gewöhnt sei. Außerdem hatte die SS die kompletten Nahrungsvorräte vor ihrer Flucht vergiftet.

Als ich frei kam verweigerte man mir jede Gesundheitsversorgung und ich konnte nur durch einen Zufall – eine polnische Krankenschwester nahm sich meiner an – das Notwendigste erlangen. Es wurde ein großes Loch in meiner Lunge aufgrund des extremen Hungers festgestellt und ich kam zur Erholung in ein Sanatorium.

Wieder halbwegs zu Kräften gelangt, zog ich die nächste Zeit bis 1947 mit deutschen Sintis in Deutschland umher und kehrte erst Ende 1947 nach Polen zurück. Ein endgültiges Ende fand meine Wanderschaft aber erst 1949 mit der Heirat und der Gründung meiner Familie, mit der ich erst 1977 das Lager Auschwitz besuchte. Ein ganzes Jahr nach der Befreiung hatte ich noch Albträume, in die mich meine Peinigern verfolgten. Meine Familie war ganz schockiert von den Dingen, die ich erlitten hatte und konnte kaum begreifen. Es gibt immer Momente wie der Anblick meiner tätowierten Häftlingsnummer, in denen all die grausamen Erinnerungen hochkommen. Das wird nie vorbei sein.

Ich erhielt vor 7 Jahren 30000 Złoty umgerechnet rund 7000 € als Entschädigung.

Auf die Frage hin, ob er je daran gedacht hatte, in Gefangenschaft den Freitod zu wählen, antwortete Herr Paczowski dies sei ihm nie in den Sinn gekommen. Er hatte zunächst Angst, die Folter durch Gestapo und SS nicht zu überstehen, als er diese jedoch hinter sich gebracht hatte, gab es für ihn keinen Anlass aufzugeben.

Auch der Eindruck des Vernichtungslagers Birkenau lässt sich schwer in Worte fassen. Über die bestehenden Publikationen wie Bücher, Reportagen,... hinaus wird hier ganz besonders die scheinbar irrsinnige Dimension der Vernichtung greifbar. Ein Horizont von Schornsteinen, und Stacheldraht lässt zwar auch nur in Ansätzen erahnen, unter welchen Bedingungen die Inhaftierten zu leiden hatten:

Allein der Versuch zu begreifen fällt schwer. Der Frage nach „Sinn und Zweck“ des Holocaust gehen schon ganze Generationen von Historiker_innen nach. Eine einfache Antwort wird es wohl nicht geben. Eines steht jedoch fest: Die Ausrottung der Juden und Jüdinnen war sich selbst Zweck. Da war kein militärischer Nutzen, wenn kriegswichtige Infrastruktur für den größten organisierten Massenmord der Geschichte genutzt wurde. Die Ermordung von Millionen Menschen kann nicht mit einer Sündenbocktheorie erklärt werden. Wenn mit der Selbstverständlichkeit einer ideologischen Mission weder irgendwelche Gelüste nach Landgewinn noch militärische Ziele erreicht wurden, bleibt weiterhin die Frage offen: Warum?

Einige viel versprechende Ansätze liefert an dieser Stelle ein 1991 in Auszügen bei Kritik&Krise erschienener Text mit dem Titel „Nationalsozialismus und Antisemitismus – ein theoretischer Versuch“ von Moishe Postone.

Die Szenerie wirkt surreal. In malerisches Sonnenlicht getauchte Schornsteinruinen und warme laue Herbstluft lassen so wenig von der Situation erahnen, welche die Häftlinge im kalten Winter bei -20 °C, schneidendem Wind mit Schneetreiben und dem bellenden Gekläff der SS-Bluthunde erwartete. Wer den Film „Schindler's Liste“ kennt kennt, kann sich vielleicht noch an die eindrucksvoll in Szene gesetzte Ankunft im Konzentrationslager erinnern. Dieser wirklich schaurige Eindruck zählt zwar nicht in das zentrale Thema des Filmes, macht aber dennoch deutlich, wie schwer fassbar die verübten Gräuel sind.

Bleiben wir kurz beim Film: Sein zentrales Thema ist bereits im Laufe dieses Berichtes aufgegriffen worden: Das bemerkenswerte an Oskar Schindler's Biografie ist sein Rollenwechsel vom Täter zum Helfer und damit auch zum zumindest potentiellen Opfer. Vor dem Hintergrund des Gesellschaftsmodells von Hilberg stellt das einen enorm mutigen Schritt dar, werden hier doch alle zuvor getroffenen Entscheidungen revidiert und ein Weg zurückgegangen, den nur die wenigsten überhaupt zu überdenken bereit sind.

Erlebte Qual und 7000€. Soviel Geld hatte unser Zeitzeuge Herr Paczkowski mit mehr als 55jähriger Verspätung (2001) erhalten. Der Betrag an sich – ein Schlag ins Gesicht. Die Geste an sich – ebenso. Natürlich können die erlittenen Qualen und Verluste gar nicht in Geld aufgewogen werden aber zumindest Respekt und Anerkennung sollten den Betroffenen entgegen gebracht werden. Stattdessen schlagen ihnen nach wie vor Zweifel, Verachtung oder Verharmlosung entgegen. Die verschleppte, verschleierte und nicht stattfindende ehrliche Aufarbeitung der Naziverbrechen ist ein Verbrechen in sich. Die Lippenbekenntnisse, mit denen die Opfer und Betroffenen seit Jahrzehnten vertröstet und betrogen werden sind Ausdruck eines Betruges, der eine ganz einfache Basis hat: Die Übereinstimmung, dass Geld kostbar ist. Ganze Firmenimperien von heute „verdanken“ ihren Aufstieg der Zwangsarbeit im Dritten Reich. BASF, Hoechst oder Bayer als Nachfolger des IG Farben Konzerns, die Quandt-Familie und BMW als Nachfolger der Varta-Batterie Werke, die Continental AG usw.. Die Liste wäre unendlich fortzusetzen. Sie alle haben gemein, dass sie keinerlei Verantwortung für das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiter_innen übernehmen wollen. Vergleichen wir die Lebensbedingungen von Tätern und Opfern nach dem Krieg wird eines ganz schnell klar: Während die meisten Überlebenden nach Jahren der Verfolgung, Folter, (Total)Verlust der Angehörigen nach wie vor mit Feindseligkeiten von nahezu allen Seiten zu rechnen hatten (Der Antisemitismus hat niemals und schon gar nicht mit dem Ende des II. Weltkrieges aufgehört zu existieren), inszeniert sich das Gros der bundesdeutschen Gesellschaft als „angetriebenes Opfervolk“ neu. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Verbrechen des NS bedeutet auch dem aktiv betriebenen Geschichtsrevisionismus entgegenzutreten. Antifaschistisches Engagement, das heißt auch, den Täter_innen von damals und ihren Nachkommen die Deutungshoheit über die Deutsche Geschichte zu entreißen und die Stimmen der Opfer hörbar werden zu lassen. In diesem Sinne gilt einmal mehr: Wehret den Anfängen!

...vierter Tag...

Unserem zweiten Besuch im Stammlager Auschwitz I gelingt es, meinen zwiespältigen Negativeindruck vom ersten Mal zumindest in Teilen revidieren. Wie schon eingangs erwähnt gefällt mir die Ausstellung zum Schicksal der Sinti und Roma ausnehmend gut und die individuelle Zeiteinteilung ohne Führung tut ihr Übriges. Der Fokus auf Biografie, Wirken und Auswirkung der Einzelschicksale führt mir vielfach intensiver vor Augen, dass hier Menschen mit ihren ganzen Familien ermordet wurden. Keine Zahlen.

Am Nachmittag des Tages wird mir kurz vor der Abreise auf sehr abstraktem Wege zum ersten Mal bewusst, dass Auschwitz auf traurige Art und Weise mehr als „nur“ ehemaliges Konzentrations- und Vernichtungslager ist. Als wir am Bahnhof stehen und auf den Zug warten fällt mir zum ersten Mal das Spannungsfeld zwischen Gedenken und Alltagsroutine auf. Die Bewohner_innen von Oświecim, ob sie jeden Tag mit dem Bewusstsein aufstehen werden, dass an ihrem Ort grausamste Verbrechen verübt wurden? Wohl kaum. Auch der mitleidige Blick, der über die Gesichter der meisten Menschen huschen dürfte, wenn sie von der Herkunft der Bewohner_innen von Auschwitz erfahren, ist ihnen sicherlich schon unerträglich. Es existiert eben noch ein Auschwitz neben dem, was die meisten Menschen beim Klang dieses Namens vor Augen haben dürften: Ein Auschwitz des Lebens. Und ein Auschwitz, dessen Geschichte weiter zurückreicht als bis zum 01. September 1939. Dass Oświecim eine (Ausnahme-)Stadt war, in der Juden und Jüdinnen bis zum 17. Jahrhundert nahezu unbehelligt von Sondergesetzen- und Vorschriften, von Diskriminierung und Verfolgungen leben konnten, wissen zum Beispiel die wenigsten Menschen. Diesen wichtigen Aspekten widmet sich zum einen auf sehr umsichtige Art und Weise der in den Vorbereitungs-Readern enthaltene Text von Hans G. Helms und zum anderen der Film „Am Ende kommen die Touristen“.

Den Bewohner_innen von Auschwitz wurde gewissermaßen die Selbstbestimmung genommen. Immer wird an die Menschen ein gewisser Anspruch gestellt werden, in einer bestimmten Weise mit allen Dingen, die im Zusammenhang mit der Vernichtungsmaschinerie Auschwitz stehen, umzugehen. An die Bewohner_innen von Oświecim wird dieser Anspruch eigentlich unberechtigt nahezu jeden Tag gestellt. An Politiker_innen und alle jene Menschen, die sich nur alle Jahre zu Anlässen wie dem Jahrestag der Reichspogromnacht am 09. November bemüßigt fühlen, ein paar beeindruckenden Worte zu Gedenken, Verantwortung und Geschichte zu schwingen, nur wenige Tage im Jahr.

Denken wir also vor allem auch an die Menschen, die tagtäglich zum Umgang mit den Verbrechen der Nazis gezwungen sind: Den Verfolgten, Ermordeten, Hingerichteten und ihren Angehörigen:

Den Jüd_innen

Den Sinti und Roma

Den Widerstandskämpfer_innen

Den Homosexuellen

Den Helfer_innen

Den Menschen mit Behinderung

eben allen Menschen, für die in der rassistischen Gesellschaft der Nazis kein Platz vorgesehen war...

  

Teil II Krakau/Krakow

...fünfter Tag...

Als wir in Krakow ankommen, finden wir zunächst ein Weltstadtflair vor, welches dem anderer europäischer Städte wie Berlin, Paris oder Warschau in nichts nachsteht. Hochglanzgranit, Leuchtreklame und Schaufenster zeugen von dem Selbstbewusstsein einer Großstadt. Was sich nicht so leicht finden lassen will, sind die Spuren jüdischer Kultur in Krakau, welche zu suchen, wir uns zur Aufgabe gemacht haben.

Das jüdische Viertel Kazimierz (Kasimir) entstand aus einem der vielen traurigen Kapitel jüdischer Geschichte: Pogrome im Krakau des ausgehenden 15 Jh. zwangen Juden und Jüdinnen sich an einem anderen Ort niederzulassen. Damals war Kasimir eine eigenständige und räumlich von Krakau getrennte Stadt, in der schon bald die ersten Synagogen und ein Friedhof entstanden. Vom ursprünglichen Viertel sind heute kaum noch Spuren zu sehen, nachdem die jüdische Bevölkerung unter der deutschen Besetzung in das Ghetto nach Podgórze deportiert wurde, verfiel das Viertel zusehends und wurde erst in jüngster Zeit für eine hippe Stadtkultur mit historischem Touch wiederentdeckt.

Um dennoch Interessantes aus der Vergangenheit zu erfahren, besuchen wir unter anderem das Muzeum Historyczne Miasta Krakowa in der Stara (Alte) Synagoga, in dem die wenigen Überreste jüdischer Kunstgegenstände ausgestellt sind. Außerdem existieren noch einige Synagogen, von denen die Synagoga Remu für Fremde begehbar ist. Alle männlichen Teilnehmer unserer Fahrt müssen sich die Kippa (Kopfbedeckung der jüdischen Männer, welche Gottesfurcht signalisieren soll) aufsetzen um eintreten zu können. Im Hof begrüßen uns bereits Gedenksteinplatten verstorbener Jüd_innen, allen voran ein Stein, der den 88 im Holocaust ermordeten Angehörigen der Ferberfamilie gewidmet ist. Einmal mehr sind uns die Verbrechen der Deutschen bis in den hintersten Winkel gefolgt.

In dem Bemühen, möglichst keine religiösen Gefühle zu verletzen, treten wir schweigsam in das Innere der Synagoge. Wer jetzt den Reichtum und Goldprunk katholischer Gotteshäuser erwartet, wird bitter enttäuscht. Zwar handelt es sich bei der Synagoga Remu um ein verhältnismäßig reiches und aufwändig restauriertes Haus, aber dennoch ist das, was wir zu sehen bekommen, allenfalls als reichhaltig ausgestattete Gebetshalle beschreibbar.

Ein ebenso trauriges Bild zeigt sich beim Anblick des angrenzenden jüdischen Friedhofs. Der seit 1800 nicht mehr für Begräbnisse genutzte Friedhof muss ebenfalls von den Deutschen geschleift worden sein, da ein großer Teil der Friedhofsmauern mit jenen gebrochenen jüdischen Grabsteinen bestückt ist, die von den Nazis nicht für den Straßenbau oder sonstige Zwecke missbraucht wurden.

Im Gegensatz zum Blumenschmuck einheimischer, christlicher Gräber sind auf den einzelnen Grabsteinen einzelne Kieselsteine aufgetürmt, die auch noch nach Wochen der Dürre wie sie in Israel üblich ist, von den Besucher_innen künden.

Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend verlassen wir den Friedhof wieder über den Hof der Synagoge und wenden uns der Stara Synagoga zu. Diese nimmt sich in ihrer Größe schon gegenüber der Synagoga Remu aus, ist in ihr doch heute immerhin die jüdische Abteilung des Museums für Stadtgeschichte Krakau untergebracht ist. Während unseres Besuchs wird uns schnell bewusst, das die dort gezeigte Ausstellung unterschiedlichster Kunstrichtungen einen Bruchteil dessen darstellt, was dereinst bestanden haben muss. Die Vielfalt der gezeigten Kunstrichtungen lässt auf die geringen Auswahlmöglichkeiten schließen, die vom erklärten Ziel der Nazis, jede Spur jüdischer Kultur auszulöschen, übrig geblieben sind.

Als Mitglied einer kleineren Gruppe ziehe ich es am sechsten Tag vor, den Lockungen des Großstadtlebens zu widerstehen – das habe ich auch zu Hause – und suche ein weiteres Mal die Auseinandersetzung mit der Geschichte Krakaus zur Zeit der Besetzung. Vom jüdischen Ghetto Podgórze sind heute nur wenige Spuren übrig. Nur einige Erinnerungstafeln, die über den Verlauf der Ghettomauern und einzelne Häuser wie dem jüdischen Widerstandsnest im Ghetto berichten, lassen noch erahnen, dass hier einst zehntausende Menschen gezwungen wurden, wie Tiere zu hausen. Wenige Reste der Ghettomauer zeugen von der Isolation der Bewohner_innen und lassen dennoch die Frage offen, warum niemand etwas gewusst haben will. Sogar die Straßenbahnlinie führte weiterhin durch den Stadtteil und es wurden lediglich einige Haltestellen ausgespart.

Die meisten Insassen des weiter südöstlich gelegenen Zwangsarbeitslagers Płaszów stammten aus dem Ghetto Podgórze, welches eher einem Sammellager als einem Ghetto glich. Das Lager erlangte durch die Verfilmung in „Schindler's Liste“ einen größeren Bekanntheitsgrad, weil sämtliche Zwangsarbeiter_innen der Oskar Schindler Emaillewerke aus diesem Lager stammten. 1200 von 25'000 Lagerinsassen waren für die Arbeit in Schindler's Betrieb bestimmt. Für sie baute dieser später eine Art eigenes, von der Aufsicht durch die SS befreites Lager auf seinem Betriebsgelände. Zu diesem Schritt entschloss er sich wohl, weil ihn die Brutalität und der Sadismus des auch im Film treffend dargestellten Lagerkommandanten Amon Göth anwiderte.

Dieser erschoss beispielsweise morgens vom Balkon wahllos Lagerinsassen mit dem Scharfschützengewehr und lies sich anschließend deren Karteikarte kommen um alle Familienangehörigen im Lager ebenfalls ermorden zu lassen. Er war einer der wenigen Lagerkommandanten denen leicht unmittelbar also eigenhändig ausgeführte Verbrechen nachgewiesen werden konnten. Schätzungen gehen von rund 800 Morden aus. Tatsächlich wäre er sogar beinahe durch die SS hingerichtet worden, weil er mit der massenhaften Unterschlagung von beschlagnahmtem jüdischen Eigentum gegen die eigenen Gesetze verstieß. Diese sahen vor, dass der nationalsozialistische Staat alleiniger Besitzer der geraubten und erpressten Eigentümer von Jüd_innen war. Nur der Ausgang des Krieges änderte die Vollstrecker über Amon Göth. Er wurde am 13. September 1946 wegen tausendfachem Mord gehängt.

Leider überlebten nur 2000 von den ehemals 25'000 Lagerinsassen. Für die Rettung dieser 2000 Leben könnte der wichtige Schritt des jüdischen Schreibers Göth's entscheidend gewesen sein: Er besaß die Position und Finesse aus dem ursprünglichen Zwangsarbeitslager Płaszów mit verwaltungstechnischen Winkelzügen ein Konzentrationslager auf dem Papier zu machen. Dieser Unterschied war insofern von Bedeutung, dass Konzentrationslager später evakuiert wurden als Zwangsarbeitslager und für die Häftlinge somit eine größere Chance auf Befreiung durch die allierten Truppen bzw. einen Aufschub der Todesmärsche/Deportationen in die Vernichtungslager bestand. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht vollends, ist jedoch ein weiteres Beispiel für Courage und Mut gegen das Naziregime.

Und der Courage und dem Mut Einzelner widmet sich auch die aktuelle Ausstellung im galizischen Museum, welches wir noch am selben Abend besuchen. In den Geschichten von den so genannten „Righteous People“ wird von den ganz „normalen Held_innen“ Polens berichtet, die bereit waren, Leib und Leben für das Leben verfolgter Menschen einzusetzen. „Righteous Among the Nations. Help of Polish people for the Jewish population in Małopolska Province in the years 1939-1945“ - Das sind die Geschichten von Menschen, die nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer gesamten Verwandtschaft zu riskieren bereit waren, um Menschlichkeit zu bewahren. Oft waren sie es, die noch nach dem Krieg mit Missachtung, Verachtung und offenen Feindseligkeiten durch ihr Umfeld konfrontiert waren. Viele von ihnen trauen sich bis heute nicht von ihren guten Taten zu berichten, in der Angst vor eben diesen Repressalien. Im galizischen Museum wird mit einer bildgewaltigen Fotoausstellung die Diskrepanz zwischen offizieller Erinnerungspolitik und wahrem Gedenken aufgezeigt. Antisemitismus, Selbstsucht und Neid, sie alle existierten und existieren auch noch nach dieser düsteren Zeit und müssen immer wieder entdeckt und enthüllt werden. Die Geschichte des wahren Widerstandes abseits von offiziellen Schulterstückenrevolten wie dem Stauffenberg-Gedenken zu erzählen, ist ebenfalls fester Bestandteil der ehrlichen Aufarbeitung zur NS-Geschichte.

Der in das galizische Museum eingefügte Buchladen verfügt über das wohl am besten sortierte Sortiment zu der Thematik. Nahezu alle namhaften Publikationen und insbesondere neuere und weniger beachtete Werke werden hier in den verschiedensten Sprachen angeboten. Der Ausbau des deutschen Bereiches ist bereits in Planung und auch das Angebot an neuen Medien wie Film oder interaktive Programme soll ausgebaut werden.

...siebter Tag...

Weil der siebte Tag vollständig durch die Abreise in Anspruch genommen ist und damit wenig interessante Informationen bereithält, möchte ich die Gelegenheit für mein kleines persönliches Fazit zur Gedenkstättenfahrt nutzen:

In meinen Erwartungen an die Fahrt bin ich bei Weitem übertroffen worden. Ich hatte mir - wie vermutlich viele andere Teilnehmer_innen auch – von der Teilnahme eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus beziehungsweise den Verbrechen Nazideutschlands versprochen. Was ich in dieser Woche erlebt habe, war aber mehr als das. Wir setzten uns nicht nur ungeachtet der sehr unterschiedlichen Wissensstände ausführlich mit dem Thema auseinander, sondern wir zeigten auch erste Handlungsoptionen oder besser gesagt Möglichkeiten zum Umgang mit dem Thema auf. Je nach unterschiedlichen Diskussionsständen gelang es uns fast immer das gemeinsame Anliegen, die Nazi-Verbrechen nie in Vergessenheit geraten zu lassen, zum Ausdruck zu bringen und eine Kritik an dem bestehenden gesellschaftlichen Umgang zu der Thematik zu erarbeiten.

Die Reise hat mir persönlich einmal mehr gezeigt, dass dieses Thema noch lange nicht abgeschlossen ist, wie diverse gesellschaftliche Kräfte immer wieder behaupten möchten, sondern unverminderte Aktualität besitzt wenn nicht gar an ihr gewinnt. Gerade in Hinblick auf das Aussterben der Zeitzeugen insbesondere auf Seiten der Opfer und Betroffenen sollten wir daran festhalten, die Wahrheit weiterzutragen. Nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was niemals vergessen werden darf. Und diejenigen nicht davonkommen zu lassen, die nicht davonkommen dürfen.

In diesem Sinne muss der Staffelstab der Geschichte weitergereicht werden: In hoffentlich verantwortungsbewusste Hände...

  

Teil III Literatursammlung und Material im Überblick

...Literatur...

  • Auschwitz – Sybille Steinbacher: Relativ neues und umfangreiches Buch über Auschwitz mit einem sehr weit zurückreichenden Geschichtsteil
  • Das Ghetto kämpft – Marek Edelman:Der Autor ist überlebender Widerstandskämpfer im Warschauer Ghettoaufstand vom Januar 1943
  • Der Tod ist mein Beruf – Robert Merle:Biografischer Roman, der eindrucksvoll die Entwicklung des Lagerkommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß nachzeichnet
  • Nationalsozialismus und Antisemitismus – Moishe Postone: Theoretische Betrachtung, die zu Sinn, Zweck und Ursachen des Holocausts forscht und dabei über bloße Sündenbocktheorien hinausgeht
  • Opa war kein Nazi - Harald Welzer, Sabine Moller, Karoline Tschuggnall: Auf einer Studie mit zahlreichen Interviews basierendes Buch zur Geschichtstradierung und -verfälschung in deutschen Familien
  • Oświecim Oshpitsin Auschwitz – Hans G. Helms: Exklusiv für die Junge Welt geschriebene Geschichte Auschwitz' mit überdurchschnittlich vielen Aspekten

...Film...

  • 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß: Familiäre Erinnerungskultur sorgt in drei Generationen für die Verklärung eines überzeugten Nazis zum Widerstandskämpfer
  • Alles ist Erleuchtet: Ein Amerikaner begibt sich auf die Suche nach den Spuren seiner jüdischen Familie aus Europa und findet Hinweise auf die Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht in der Ukraine
  • Am Ende kommen die Touristen: Film mit Denkanstößen zu Spannungsfeldern zwischen Gedenken und Alltag
  • Schindler's Liste: Aufwändig in Szene gesetzter und international erfolgreicher Film, der den Rollenwechsel des NS-Profiteurs Oskar Schindler zum Helfer thematisiert
  • Zug des Lebens: Spielfilm, der die Geschichte eines jüdischen Dorfes erzählt, welches von den Verbrechen der anrückenden Nazis erfährt und daraufhin beschließt sich selbst zu deportieren
  
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