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PM: Ja zu "Schöner leben ohne Nazis" - nein zur "Extremismustheorie" PDF Drucken
P R E S S E M I T T E I L U N G
der Jusos Brandenburg und der Linksjugend ['solid] Brandenbrug

Potsdam, den 16.04.2014


Ja zu "Schöner leben ohne Nazis" - nein zur "Extremismustheorie"

Die Jusos Brandenburg und die Linksjugend ['solid] Brandenburg kritisieren
die  realitätsverkennenden Äußerungen der Jungen Union Brandenburg. Diese
hat gestern die anderen demokratischen, politischen Jugendverbände (Jusos,
Linksjugend ['solid], Grüne Jugend, Julis) aufgefordert, Position gegen
sogenannte "linksextremistische sowie islamistische Bedrohungen" zu
beziehen.

Wir, die sogenannten linksextremistischen Jugendverbände lehnen die
"Extremismustheorie" ab. Dazu  Franziska Matschke, Mitglied des
Landessprecher_innenrates der Linksjugend ['solid]: "Sich an dem
Extremismusmodell zu bedienen ist einfach,  jedoch fatal. Um ein Beispiel
zu nennen - Nazis wollen alle Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen,
vernichten. Sogenannte Linksextremisten hingegen kämpfen für die
Gleichberechtigung und -behandlung Aller, unabhängig von Herkunft,
Geschlecht oder anderen Merkmalen.

Timm Buchholz, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Brandenburg: "Die
Selbstdarstellung der Jungen Union bei einer gemeinsamen Kampagne gegen
Nazis ist mehr als traurig. Links und Rechts auf eine Stufe zu stellen ist
eine gefährliche Tendenz, die wir nicht unterstützen, da dadurch die
Gefahr von Rechts verharmlost wird."

Das Modell übersieht, dass rassistische und andere menschenverachtende
Einstellungen, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind, auch in der
„Mitte“ der Gesellschaft, zwischen den "Extremen" weit verbreitet sind:
Dadurch, dass das Problem aber an den Rand zu den „Rechtsextremist_innen“
gedrängt wird, wird Rassismus in der gesellschaftlichen „Mitte“ als ernst
zu nehmendes Problem verharmlost oder gar verschwiegen. Hinzu kommt, dass
durch die Gleichsetzung linkes, antifaschistisches Engagement als
"Linksextrem" stigmatisiert und von wichtiger öffentlicher Förderung
ausgeschlossen wird. Statt glücklich über Menschen mit (oftmals
ehrenamtlich) demokratischem und antifaschistischem Engagement zu sein,
werden diese unter Generalverdacht gestellt.
Hinzu kommt, dass besagte "Extremismustheorie" auch wissenschaftlich
vollkommen unhaltbar ist. "Die Theorie konnte sich in der Wissenschaft nie
durchsetzen, da sie von vorn herein als theoretisches Deckmäntelchen
rechtsoffener Populisten fungierte und als Dieses konzipiert war.",
erklärt Franziska Matschke.

Gemeinsam schließen Jusos und Linksjugend ['solid] ab: "Die Junge Union
Brandenburg sollte sich lieber mit  ernstzunehmender Politik beschäftigen,
als sich mit populistischen Sprüchen profilieren zu wollen. Durch solche
Alleingänge, die auf dem Rücken ihrer Bündnispartner ausgetragen werden,
zerstören sie das Vertrauen aller Beteiligten in der Kampagne 'Schöner
leben ohne Nazis'."